Schwarz-Gelb: Fehlstart?

Oh weh, wer konnte das erwarten? Nun auch noch der Bundespräsident zurückgetreten! Schwarz-gelb steht laut Meinungsumfragen schlechter da als eine Große Koalition aus CDU und SPD. Von ihren programmatischen Ansätzen her stehen sich eigentlich CDU und FDP näher als CDU und SPD. Von Seiten der SPD wurden die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung als „katastrophal“ eingestuft.

Am 4. Februar sagte Steinmeier in der „Süddeutschen Zeitung“, dass in der Politik bis dahin überhaupt keine Richtung erkennbar gewesen wäre. Der Koalition würde es an Entscheidungskraft fehlen. Egal, auf welcher politischen Seite man zu Hause ist, der FDP-Chef Westerwelle gibt alles andere als einen seriösen Außenminister ab. Da hat die FDP schon ganz andere hervorgebracht. Erinnern wir uns an Walter Scheel oder Hans-Dietrich Genscher. Mag auch der Scheel mit seinem „Hoch auf dem gelben Wagen“ etwas Außergewöhnliches veranstaltet haben.

Aber das waren noch Persönlichkeiten. Auch Top-Manager geben der neuen Koalition im Alltag schon schlechte Noten. Worin besteht die Ursache für diese schlechte Bilanz? Wurde der Koalitionsvertrag zu hastig ausgehandelt? Es gab auf Bundesebene noch niemals eine so zügige Regierungsbildung, schon nach vier Wochen waren die Messen gelesen. Solche Dinge kommen am Biertisch nicht gut an. Bloß: Welcher Politiker hat eigentlich noch Kontakt zum Volk?